Sphagnum Moos zur Anzucht von Zimmerpflanzen



Die vielseitigen Eigenschaften von Sphagnum Moos


Sphagnum Moos - auch bekannt als Torf Moos - ist ein natürliches Multitalent: Die möglichen Anwendungsbereiche des Mooses sind nämlich mindestens genauso vielseitig. wie seine tollen Eigenschaften. So wird das Moos seit Anbeginn seiner Entdeckung in der Terraristik verwendet. Dort hilft es dabei im Terrarium ein feuchtes Klima zu erzeugen sowie Reptilien und Insekten eine möglichst natürliche Umgebung zu bieten. Seit einiger Zeit wird das Moos aber auch in der Anzucht von Zimmerpflanzen verwendet, da es frei von Gerbsuren ist, die die empfindlichen Wurzeln von Jungpflanzen schädigen können.

 

Das Sphagnum Moos kann Wasser bis zu dem zwanzigfachen seines Eigengewichts speichern und bedarfsgerecht wieder an die Pflanzen abgeben. Die antibakterielle Wirkung der speziellen Saccarid-Verbindung des Mooses hemmt trotz der gespeicherten Feuchtigkeit die Bildung von Fäulnisbakterien und Schimmel. Gleichzeitig ist das Moos besonders luftdurchlässig und ermöglicht damit eine optimale Versorgung der Wurzeln mit Sauerstoff. Ebenso kann es zur Regulierung des PH-Wertes ins Pflanzensubstraten verwendet werden - so beispielsweise in der Bonsaizucht. Aber woher kommt Sphagnum Moos eigentlich? Eine Kultivierung - also ein gezielter Anbau von Torf Moosen generell - ist schwierig und gelingt nur wenigen Betrieben. Das Moos, welches vielfach gekauft wird, stammt daher aus natürlichen Abbaugebieten - oftmals in Südamerika. 

 

Ein aus langen Fasern bestehendes Moos kann jedoch höchstens alle 4 bis 8 Jahre geerntet werden, um den Bestand in seinen Abbaugebieten nicht zu gefährden. Dabei wird es oftmals per Hand geerntet, da der Abbau mit Maschinen dem sensiblen Moor-Untergrund schadet und somit das Ökosystem, die Pflanze an sich und ihr Wachstum gefährdet. Um die Natur nicht zu gefährden, ist es deshalb besonders wichtig Sphagnum Moos aus einem nachhaltigen Anbau zu beziehen. Ich empfehle dir daher ausschließlich Moos, dass aus einem kontrollierten Anbau kommt und möchte auch dich bitten beim Kauf darauf zu achten

Sphagnum Moos -das Moos ist ein natürliches Multitalent: Die möglichen Anwendungsbereiche des Mooses sind nämlich mindestens genauso vielseitig. wie seine tollen Eigenschaften.

Vorteile von Sphagnum Moos


Der Einsatz von Sphagnum-Moos eignet sich besonders gut für das Vermehren von Pflanzen mit großflächiger Schnittfläche - wie beispielsweise bei einigen Philodendren oder Monsteras. Es reduziert beim richtigen Einsatz die Gefahr von Fäule an der Schnittstelle deutlich. Es bietet dennoch seine hervorragende Eigenschaften. So speichert es wie bereits erwähnt ein vielfaches an Wasser ohne Gefahr von Schimmelbildung. Die hohe Luftdurchlässigkeit verhindert nicht nur das Entstehen von Staunässe, sondern sorgt auch für ein geeignetes Mikroklima. So werden die jungen Wurzeln deines Ablegers ideal mit Sauerstoff versorgt. Probiere es direkt aus und dem Vermehren von Zimmerpflanzen steht damit nichts mehr im Wege.

 

Das Moos selbst ist oft getrocknet und zu einem Ziegel gepresst zu kaufen. Der Vorteil: Es ist so besonders lange lagerfähig und kann gut auf Vorrat gekauft werden. Ich habe eigentlich immer welches da. In Kombination mit Wasser quillt das Moos dann wieder auf. Verwende hierfür am Besten lauwarmes Wasser, damit dein neuer Ableger keinen "Schock" bekommt. Außerdem sollte das Wasser idealerweise Regenwasser, destilliertes oder aber mit einem Wasserfilter gefiltertes Wasser sein. Das Moos selbst solltest du nur anfeuchten - beim Zusammenpressen in der Hand sollte es nicht tropfen und klatschnass sein - lass es ggf. wieder etwas antrocknen, bevor du es verwendest.

 

Aber welche Vorteile bietet das Moos eigentlich?

  • reduziert Gefahr von Fäule und Schimmelbildung bei der Vermehrung von Zimmerpflanzen
  • bietet eine hohe Luftdurchlässigkeit und Versorgung junger Wurzeln mit Sauerstoff
  • sorgt für ein gutes Mikroklima mit hoher Luftfeuchtigkeit
  • ist aufgrund seiner trockenen und gepressten Form frei von Schädlingen beim Kauf und besonders gut lagerfähig
Sphagnum Moos - Sphagnum Moos sollte durch regelmäßiges Besprühen mit kalkfreiem oder destilliertem Wasser feucht gehalten werden.


Anleitung zur Verwendung von Sphagnum Moos


Im Folgenden möchte ich dir den optimalen Einsatz von Sphagnum Moos am Beispiel eines Kopfstecklings erklären. Dabei erhältst du eine Schritt-für-Schritt-Anleitung am Beispiel einer Monstera Deliciosa - auch bekannt als Fensterblatt. Dem Vermehren von Zimmerpflanzen steht damit nichts mehr im Wege.

 

1. Die Schnittstelle des frisch geschnittenen Ablegers [idealerweise mit Luftwurzel]  direkt nach dem Schnitt an der offenen Schnittstelle desinfizieren - beispielsweise mit Zimt. Mehr Informationen zum Schneiden eines Stecklings im Beitrag "Vermehren von Zimmerpflanzen".

 

2. Die Schnittstelle des Ablegers für zwei bis vier Stunden [je nach Größe der Schnittfläche] antrocknen lassen, um Fäule an der Schnittstelle zu vermeiden.

 

3. Das getrocknete Moos mit lauwarmem Wasser -  idealerweise Regenwasser, destilliertem oder mit einem Wasserfilter gefiltertem Wasser - quellen lassen. Das warme Wasser verhindert, dass der Ableger einen Kälteschock erleidet.

 

4. Den Steckling anschließend in das angefeuchtete Moos setzen - dabei die Luftwurzeln mit dem Moos umschließen und die Schnittstelle des Ablegers mit Moos aussparen. So kann die Schnittstelle im durchsichtigen Glas beobachtet und Fäule vermieden werden. Wichtig ist, dass das Sphagnum Moos nur angefeuchtet sein darf und beim Zusammenpressen in der Hand nicht tropfen sollte. Außerdem hat es sich bei mir bewährt den Ableger in ein Gefäß mit einem Loch zur Belüftung zu setzen. Beispielsweise in einen Plastik-Übertopf.

 

 5. Das Moos durch regelmäßiges Besprühen mit kalk-freiem Wasser in den nächsten Wochen feucht halten [nicht nass] und im Abstand einiger Tage auf Fäule prüfen. Sollte diese auftreten empfiehlt es sich, das betroffene Stammstück zu kürzen und erneut antrocknen zu lassen, bevor der Ableger wieder in das Sphagnum Moos gesetzt wird.

 

6. Eine noch bessere Erfolgschance erzielst du, wenn du zur Vermehrung ein Gewächshaus und eine Heizmatte verwendest [hier meine Empfehlung*]Achte jedoch dann darauf, dass du das Moos aufgrund der Wärme öfter befeuchten musst. Es sollte nicht austrocknen.


Produktempfehlung* für Sphagnum Moos


Sphagnum Moos benutze ich nahezu immer für das Bewurzeln junger Alocasien und Monsteras. Aufgrund seiner besonders guten Luftdurchlässigkeit und Wasserspeicherung eignet sich das Moos für diese Pflanzen besonders gut. Zusätzlich reduzieren die keimtötenden Eigenschaften des Anzuchtmaterials die Wahrscheinlichkeit von Fäule. Greif hier lieber zu dem etwas teurerem Moos. Das günstige ist zum Teil wie Stroh und wenig geeignet für den Einsatz in der Vermehrung von Pflanzen. Es lohnt sich hier etwas mehr auszugeben. Ich habe dir ein besonders gutes Moos verlinkt, welches ich selbst ausschließlich benutze. Es ist gepresst und in getrockneter Form. Kann also wie in der Schritt-für-Schritt-Anleitung beschrieben für den schnellen Gebrauch eingesetzt werden. Benötigst du kein ganzes "Brikett" hast du Möglichkeit es einfach in deine gewünschte Menge zu brechen. Das übrige Moos kannst du dann trocken weiter lagern.


Sphagnum-Moos [100g]

zirka 9 Euro

ergibt zirka 5 Liter Anzuchtmaterial

aus kontrolliertem Anbau

Sphagnum Moos - Greif hier lieber zu dem etwas teurerem Moos. Das günstige ist zum Teil wie Stroh und wenig geeignet für den Einsatz in der Vermehrung von Pflanzen.

Sphagnum-Moos [500g]

zirka 30 Euro

ergibt zirka 25 Liter Anzuchtmaterial

aus kontrolliertem Anbau

Sphagnum Moos - Das getrocknete Moos mit lauwarmem Wasser -  idealerweise Regenwasser, destilliertem oder mit einem Wasserfilter gefiltertem Wasser - quellen lassen


Tags: Sphagnum Moos / Sphagnum-Moos / Sphagnummoos / Sphagnum Moos zur Anzucht / Sphagnum Moos Zimmerpflanzen / Sphagnum Moos zur Vermehrung / Zimmerpflanzen vermehren mit Sphagnun Moos / Moos / Anzucht von Zimmerpflanzen / Zimmerpflanzen vermehren / Vermehren von Zimmerpflanzen / Vermehrung von Zimmerpflanzen